Kommentar zur Frankfurter Resolution 30.10.2011

Dieser Kommentar soll einige Aussagen der FR erläutern, einen Leitfaden zu Gesprächen mit Politikern und Rektoren darstellen und Anregungen zu solchen Gesprächen geben.

 

Die Fakten:

In der Rektorenkonferenz (RKM) der Musikhochschulen in Deutschland sind 24 Musikhochschulen aus 16 Bundesländern vertreten. Dazu kommen noch einige Musikhochschulen als Institute in Universitäten und andere Musikhochschulen. Diese Vielfalt bringt es mit sich, dass die Situation an den verschiedenen Hochschulen sehr unterschiedlich ist. So gibt es allein bei den 24 Hochschulen, die in der RKM vertreten sind, 16 Ländergesetze und dazu noch 24 Grundordnungen. Trotzdem sind die meisten der Fakten, die in der FR aufgezählt werden, für alle Musikhochschulen gültig.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch große Unterschiede, die eine Vereinheit-lichung schwierig machen. Dazu gehören die Honorarfortzahlung im Krankheitsfall, die Unfallversicherung am Arbeitsplatz und auf dem Weg dahin, der Mutterschutz, die Arbeitslosenversicherung, die Vertretung (mit oder ohne Stimmrecht) in den Hochschulgremien und teilweise auch die Erstattung von Reisekosten.

Bei der Vorbereitung zu Gesprächen mit der jeweiligen Hochschulleitung und mit Politikern sollte man sich also informieren, welche der aufgezählten Fakten in dem jeweiligen Bundesland zutreffen.

Die Forderungen:

An oberster Stelle der Forderungen muss langfristig die nach der Erhöhung des Hochschul-Etats stehen. Jegliche Verbesserung unserer Situation, sei es bessere Bezahlung oder feste Anstellung ist nur möglich, wenn der Etat für die Hochschulen von der Politik, d.h. den Landesregierungen deutlich erhöht wird. Sonst besteht die Gefahr, dass zwar Verbesserungen kommen, die aber mit einer Reduzierung/

Entlassung von Lehrbeauftragten „bezahlt“ werden, ja werden müssen.

Kurzfristig fordern wir eine Erhöhung der Bezüge und die jährliche Anpassung an die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst.

Wir fordern feste Anstellungsverträge für alle, die den Kernbereich der Lehre abdecken, ohne die der Hochschulbetrieb also nicht aufrecht zu erhalten ist und die damit eindeutig den Lehrbetriebs sicherstellen. Des Weiteren appellieren wir an die Hochschul – Leitungen, Lehrbeauftragte, die seit vielen Jahren eine hoch qualifizierte Arbeit an der Hochschule geleistet haben, bei der Besetzung von neu zu schaffenden Stellen vorrangig zu behandeln. Sie haben schließlich über Jahre hervorragende Arbeit geleistet und haben sich bewährt.

Lehraufträge werden auch in Zukunft weiter an Musikhochschulen erteilt werden müssen: Lehraufträge werden z.B. für „Berufs - Einsteiger“, für Kolleginnen und Kollegen, die anderswo einen Vertrag haben (Orchestermusiker etc.), für freie Musiker, die keinen Arbeitsvertrag haben wollen und für Sonderinstrumente erteilt werden. Allerdings fordern wir, dass auch diese Lehraufträge besser, einer Festanstellung entsprechend bezahlt werden.

Wir fordern die Anerkennung der Lehrbeauftragten als Mitglieder der Hochschule und damit eine Vertretung mit Stimmrecht in den Gremien.