Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK

Rektor Prof. Dr. Werner Heinrichs
Vorsitzender

16. Juni 2010

Auszug aus dem Protokoll der Sommerkonferenz der RKM vom 23.-25. Mai 2011 in Lübeck

TOP 18: Zur Situation der Lehrbeauftragten

Herr Heinrichs begrüßt die Vertreter de bklm, Frau Karolla Theill (Hanns Eisler Berlin und Rostock, auf dieser Sitzung stellvertretend für Frau Evelyn Wentz) und Herr Friedemann Immer (Köln). Beide Seiten stellen ihre Perspektive ausführlich dar, es kommt anschließend zu einem intensiven Meinungsaustausch.

 

Die Forderungen der bklm zielen auf eine grundsätzliche Strukturänderung ab, die die Leistungen und Qualifikationen der Lehrbeauftragten angemessen honoriert. Nicht die Erhöhung der Vergütung an sich, sondern die soziale Absicherung, die mit festen Anstellungen verbunden ist, sowie eine entsprechende Einbindung der Lehrbeauftragten in die Hochschulstruktur stehen im Mittelpunkt. Die Vertreter der bklm sind sich jedoch darüber im Klaren, dass dies ein langfristiger Prozess ist und dass der Übergang in die Festanstellung nur bei einer entsprechenden Erhöhung des Etats möglich ist (eine Sache, in der wiederum die Länder das Sagen haben). Sie nehmen dabei in Kauf, dass der Übergang in die Festanstellung aus Kostengründen zu einer kräftigen Minderung der Anzahl der Lehrbeauftragten führen würde, machen jedoch klar, dass sie für die nächste Generation von Lehrbeauftragten angemessene Arbeitsbedingungen und Honorierung anstreben. Sie appellieren deshalb an den Musikhochschulen, gemeinsam der Sache nachzugehen, um die Ministerien für die Situation der Lehrbeauftragten zu sensibilisieren. Die RKM macht ihrerseits darauf aufmerksam, dass die Situation an den einzelnen Musikhochschulen höchst unterschiedlich ist, was heißt, dass auch die Lösungswege höchst unterschiedlich sind. Das macht wiederum den Dialog auf Bundesebene außerordentlich schwer, weil die RKM sich für keine Forderung aussprechen kann, wenn diese nur von einem Teil ihrer Mitglieder mitgetragen wird. Wenn es heute edoch zu einem Dialog gekommen ist, was sehr begrüßenswert ist und weiter ausgebaut werden soll, so muss dieser unter Berücksichtigung der verschiedenen Gegebenheiten an den einzelnen RKM-Musikhochschulen stattfinden. Ebenfalls befürwortet die RKM die Flexibilität und den Rechtstatus des freiberuflichen Verhältnisses, dieses darf durch eine Scheinselbständigkeit nicht diskreditiert werden.

In den folgenden Punkten sind sich sowohl die RKM als auch die bklm einig:

  • Die aktuelle Situation der Lehrbeauftragten ist keine Situation, die von den Hochschulleitungen gewünscht ist.
  • Die Lehrbeauftragten nehmen an den Musikhochschulen völlig andere Aufgaben und in einem völlig anderen Umfang wahr als das an den Universitäten der Fall ist. Diese Differenzierung muss der Politik deutlich gemacht und eine Spezifizierung des Lehrbeauftragtenrechts für die Musikhochschulen angestrebt werden.
  • Der Appell an die KMK ist der richtige Weg, weil, selbst wenn die KMK sich nicht immer aktiv einsetzt, ist sie doch die Instanz, über die sich diie Landesministerien absprechen.

Stuttgart, 29. Juni 2011