Zusammenfassung des Gesprächs zwischen Prof. Dr. Werner Heinrichs (Vorsitzender der Rektorenkonferenz deutscher Musikhochschulen in der HRK), Prof. Friedemann Immer und Evelyn Anna Maria Wentz (Vorsitzende der bklm) am 29. April 2011 in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart in der Zeit von 10.45 h bis 12.15 h.

 

Das Gespräch hatte einen freundlichen und konstruktiven Charakter, verdeutlichte in seiner Ernsthaftigkeit aber auch die Schwierigkeit des zu bearbeitenden Themas (Stellung der LB an Musikhochschulen). Am Tag zuvor – Donnerstag, den 28. 04. 2011- fand am gleichen Ort eine Sitzung des Vorstands der RKM statt. Auch in dieser Runde wurde, wie Dr. Heinrichs mitteilte, über das Thema LB und die Frankfurter Resolution diskutiert. Er wies auf die ungleichen Ausgangspositionen der einzelnen Musikhochschulen (Kulturhoheit der Länder, föderalistisches System) und die sich daraus ergebende ungleiche Interessenlage hin. Vor allem die erstaunlich großen Unterschiede im Anteil von Lehrauftragsstunden an den Gesamtunterrichtsstunden der verschiedenen Musikhochschulen (von 30 % bis 70 %) erschweren eine einheitliche Lösung.

Auf dem Hintergrund des Vorstandsgesprächs vom Vortag informierte Dr. Heinrichs Friedemann Immer und mich über zwei Vorschläge, die er der Rektorenkonferenz auf ihrer nächsten Sitzung Ende Mai 2011 in Lübeck unterbreiten wolle:

  1. Einrichtung von „Qualifizierungsstellen“, die das Überführen von LA in feste Stellen ermöglichen soll,
  2. Erhöhung der Honorare von LB, die nicht in festen Anstellungen arbeiten um einen „Sozialzuschlag“ zur Finanzierung der eigenen Sozialversicherungsbeiträge.

Friedemann Immer und ich konnten deutlich machen, dass für alle Künstler das Erreichen eines Ziels vor allem eine Frage von Disziplin und Ausdauer, verbunden mit der Fähigkeit, das große Ziel im Auge zu behalten, ist und andererseits im Festlegen von machbaren Teilzielen besteht.

Wir haben deshalb die Vorschläge begrüßt und danach auf die Notwendigkeit von grundsätzlichen strukturellen Veränderungen hingewiesen (Frankfurter Resolution) und in diesem Sinn diskutiert.

In der Folge gab es Einigkeit darüber, dass

  1. grundsätzliche Veränderungen im Konstrukt LA/Hochschulen nur durch Etaterhöhungen ermöglicht werden können,
  2. LA (außer in Kernfächern) auch in Zukunft zur Ergänzung der Lehre und mit angemessener Bezahlung Bestandteil der Hochschulstruktur sein werden.

Dr. Heinrichs berichtete, dass der RKM-Vorstand nicht erneut an die einzelnen Ministerien schreiben werde, sondern diesmal an die KMK herantreten möchte, um zu einem gemeinsamen Verständnis über die Situation der Lehrbeauftragten zu kommen.

Begrüßenswert ist seiner Meinung auch die Tatsache, dass den Hochschulleitungen durch die seit der Gründung der bklm entstandenen Diskussion viele neue Informationen zufließen.

Dr. Heinrichs hat die Vorsitzenden der bklm eingeladen, am  Mittwoch, den 25. 05. 2011 zur RKM nach Lübeck zu kommen, um ihnen Gelegenheit zu geben, die bklm und ihre Ziele mit der nötigen Überzeugungskraft vorzustellen. Wir haben uns für das Angebot bedankt und uns versichern lassen, dass, falls es Friedemann Immer oder mir nicht möglich sein würde zu kommen, VertreterInnen gleichfalls willkommen seien. Dr. Heinrichs hat sich damit einverstanden erklärt.

Im Lauf des Gesprächs entwickelte er die Idee, die KMK zu bitten, den RKM-Vorstand zu einer Sitzung der Hochschulreferenten aller Musikhochschulen einzuladen. (Im Rahmen der Bologna-Reform hat die RKM mit solchen Gesprächen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.) Dr. Heinrichs wird sich dafür einsetzen, dass zu einem solchen Gespräch auch Vertreter der bklm eingeladen werden. Wir waren übereinstimmend der Meinung, dass die Ministerien wenig Kenntnis über die besonderen Belange von Musikhochschulen besitzen und dass ein gemeinsames Interesse besteht, dieses Defizit auszugleichen.

Dr. Heinrichs sprach außerdem davon, in Zukunft ggf. Vertreter der bklm zu Vorstandssitzungen der RKM hinzuzuziehen.

Friedemann Immer und ich haben uns bei Dr. Heinrichs herzlich bedankt: Wir freuen uns über den guten Einstieg in diesen wichtigen Dialog!

Evelyn  Anna Maria Wentz