Kurzgefasste Erläuterungen zur Umfrage unter den Lehrbeauftragten an den deutschen Musikhochschulen im Sommersemester 2012

Diese Umfrage ist keine wissenschaftliche Studie, für die derzeit keine Mittel vorhanden sind. Sie wurde von den Lehrbeauftragten in Eigeninitiative entwickelt und durchgeführt. Sie enthält kleinere Ungenauigkeiten, z.B. bei den Prozentzahlen. Diese beruhen darauf, dass einzelne Fragebögen unvollständig bzw. widersprüchlich ausgefüllt waren.

Von den zur Zeit 4827 Lehrbeauftragten an den 24 deutschen Musikhochschulen waren alle zur Teilnahme aufgerufen; beteiligt haben sich 1456 von 23 MHS. Die Ergebnisse sind daher möglicherweise nicht streng repräsentativ. Die Zahl von etwa 30 % stellt jedoch eine solide statistische Grundlage für eine fundierte Beschreibung der Lage dar, und es wäre jedenfalls nicht gerechtfertigt, wegen der geringen methodischen Ungenauigkeiten die Ergebnisse pauschal anzuzweifeln.

Folgende Tendenzen sind klar feststellbar:

von den teilnehmenden Lehrbeauftragten

-         unterrichten insgesamt fast 45% länger als 10 Jahre, davon etwa 25 % länger als 15 Jahre und etwa 15 % länger als       20 Jahre; das heißt, ein großer Teil der Lehrbeauftragten sind Langzeit-Dozenten, die durch ihre langjährige Erfahrung für den Unterrichts- und Prüfungs-Betrieb der Hochschulen nahezu unverzichtbar sind.

-         geben fast 60 % an, dass der Lehrauftrag ein existentiell wichtiger Teil ihres Einkommens ist.

-         geben über 60 % an, noch ein anderes vertragliches Arbeitsverhältnis zu haben. Dies stellt keineswegs einen Widerspruch dar; es ist vielmehr ein Hinweis auf die typischen beruflichen Patchwork-Existenzen, die aus mehreren Teilen bestehen. Keiner dieser Teile allein ist ausreichend zur Existenz-Sicherung, jeder dieser Teile ist unverzichtbar.

-        sind lediglich etwa 13,4 % durch eine hauptberufliche Tätigkeit im Bereich Orchester/Theater abgesichert. Dies ist besonders interessant, da oft das Argument genannt wird, dass Lehrbeauftragte in großer Anzahl in Orchestern, Chören, Theatern abgesichert seien, was offensichtlich so nicht stimmt.

-       geben ca. 79 % an, an einer festen Stelle (Teilzeit und/oder Vollzeit) interessiert zu sein.

-      wird etwa ein Drittel zu administrativen Tätigkeiten herangezogen, die nur teilweise vergütet werden.

Aus einzelnen handschriftlichen Ergänzungen wird zudem deutlich, dass zahlreiche Lehrbeauftragte die mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit beklagen.

Es ist zu wünschen, dass bereits diese verkürzte Form der Auswertung eine gute Grundlage bildet für die Gespräche zwischen den Lehrbeauftragten und allen Verantwortlichen in den Hochschulen, den Ministerien und in der Politik.

Die Sprechergruppe der bklm