Zur Situation der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen
Der DTKV im Gespräch mit Agnes Krumwiede MdB
München - Mit Schreiben vom 9. Mai 2011 hat sich der Präsident des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) Dr. Dirk Hewig an die Bundestagsabgeordnete Frau Agnes Krumwiede, Sprecherin für Kulturpolitik Bündnis 90/Grüne gewandt. Er dankt für ihr politisches Engagement für die Anliegen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen, wie sie in ihrer Stellungnahme zur „Frankfurter Resolution“ der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) zum Ausdruck komme. Gleichzeitig geht er auf die von Frau Krumwiede unterbreiteten Vorschläge

 

- Festlegung einer Honoraruntergrenze bei der Vergabe von Lehraufträgen und

- Festlegung eines bestimmten Prozentsatzes für das Verhältnis von Lehraufträgen zu Festanstellungen ein:

Dr. Hewig weist auf das Problem hin, dass Lehraufträge an Musikhochschulen trotz signifikanter Besonderheiten nur schwer von den Lehraufträgen an Universitäten und Fachhochschulen abgesondert werden können. Sollten Honoraruntergrenzen jedoch für alle Lehraufträge an deutschen Hochschulen gelten, ließen sich diese wegen der großen Anzahl und und damit verbundener erheblicher finanzieller Auswirkungen politisch nur schwer durchsetzen. Dr. Hewig verweist ferner darauf, dass die Zuständigkeit sowohl für die Honorierung von Lehraufträgen wie auch für die Festlegung eines Verhältnisses zwischen Lehraufträgen und Festanstellungen ausschließlich bei den Ländern liegt. Eine von Frau Krumwiede vorgeschlagene Kommission aus Vertretern des Bundes, der Länder, der Hochschulen, der BKLM und der unterstützenden Institutionen und Verbände, die entsprechende Vorschläge ausarbeiten solle, mag zwar wünschenswert sein, würde aber wahrscheinlich am Widerstand der Länder und der Hochschulen scheitern, die Eingriffe in ihre Zuständigkeit bzw. ihre Autonomie fürchten.

Für aussichtsreicher hält Dr. Hewig ein Herantreten an die Hochschulreferenten im Rahmen der Kultusministerkonferenz, um von hier aus in die Ministerien und die Landesparlamente hinein zu wirken. Eine breite Unterstützung von politischer Seite, insbes. eine Einwirkung auf die Abgeordneten in den zuständigen Parlamenten sei jedoch sehr wünschenswert. Die Initiative von Frau Krumwiede als kulturpolitische Sprecherin Bündnis 90/Grüne könne hier sehr hilfreich sein und werde nachdrücklich begrüßt.