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22,O7,2O71 Frankfurter Resolution vom 23.01.2011
1. Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen
Sehr geehrte Frau Wentz,
vielen Dank für die Zusendung der,,Frankfurter Resolution". ln der gleichen Angelegenheit haben sich die Lehrbeauftragten der Musikhochschule Münster (FB 15 der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) im November 2o1o bereits an das Rektorat gewandt.

Das Rektorat der Universität Münster hat sich mit diesem Anliegen beschäftigt und beschlossen, es als politisches Anliegen auf Landesebene vorzutragen. Das Schreiben an das Ministerium für lnnovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen ist als Anlage zur lhrer lnformation angefügt.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine zusätzliche Stellungnahme zur ,,Frankfurter Resolution" verfassen, da aufgrund der Tragweite dieser Angelegenheit das Land die entsprechenden Entscheidungen treffen sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Ernst

Anlage:

An das
Ministerium für lnnovation, Wissenschaft und Forschung
des Landes Nordrhei n-Westfalen
40190 Düsseldorf

Rektorat - Der Kanzler

22,07.2077

Ausgestaltung der Rechtsverhältnisse der Lehrbeauftragten der Musikhochschule (FB 1S) einschl. Erhöhung der Bezüge

Sehrgeehte Damen und Herren,

die Vertreter der Lehrbeauftragten der Musíkhochschule Münster sind verschiedentlich bei der Hochschulleitung vorstellig geworden. ln diesem Zusammenhang bittet Herr Prof. Gregor Hollmann (Vertreter der Lehrbeauftragten der Musikhochschule) um Unterstützung für die Umwandlung der Lehrauftragsverhältnisse der Lehrbeauftragten der Musikhochschule Münster in (Teilzeit)-Beschäftigungsverhältnisse für künstlerische Mitarbeiter/innen. Dadurch wird zum eínen eine bessere soziale Absicherung der Lehrbeauftragten und zum anderen eine regelmäßige Teilnahme an Tariferhöhungen der Entgelte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst angestrebt. Schreiben der Herren Professoren Hollmann und Keller (Dekan des Fachbereichs Musikhochschule) sind angefügt.

Aus Sicht der Lehrbeauftragfen ist dieser Wunsch ím Sinne von gerechter Vergütung, sozialer Absicherung und Sicherheit für die Lebensplanung nachvollzieh bar. Aus Sicht der Hochschule ergeben sich im Falle der Umwandlung in Beschäftigungsverhältnisse allerdings zwei gravierende Probleme:

1) Finanzierung der Mehrkosten
Der Hochschule stehen nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Die Budgets für Lehraufträge und für Personal sind an die Fachbereiche verteilt.

Die Lehrauftragsbudgets reichen für die Umwandlung aller Lehrauftragsverhältnisse der Lehrbeauftragten der Musikhochschule Münster in Beschäftigungsverhältnisse nícht aus.

Ein Beschäftigungsverhältnis mit entsprechendem Lehrdeputat ist durchschnittlich ca. 12% (bei ein bis drei Lehrstunden) bzw. 2o%  (bei vier bis zehn Lehrstunden) teurer ist als ein Lehrauftrag. Eine Berechnung hierzu ist als Anlage beigefügt.

Der Fachbereich 15 müsste diese Zusatzkosten aus dem Personalbudget bestreiten. Diese Mittel sind erfahrungsgemäß knapp bemessen und reichen tedigtich aus, um das vorhandene Personal zu finanzieren. Da somit weder Mittel aus dem Lehrauftragsbudget noch aus dem Personalbudget zur Verfügung stehen, um die Zusatzkosten aufzufangen, wäre die Folge, dass eine Reduzierung der Anzahl der Lehrenden stattfinden würde und damit einhergehend eine Verringerung der Studienplätze in der Musikhochschule,

2) Flexibilität im Studienangebot

Der Lehrbedarf in der Musikhochschule ändert sich mit jeder Aufnahme von Studierenden. ln einem Semester wird beispielsweise das lnstrument A stärker nachgefragt, im nächsten Semester das lnstrument B, so dass in unterschiedlichen Semestern Lehrbeauftragte mit unterschiedlichen Qualifikationen beauftragt werden müssen. Aufgrund der 1:1-Lehrsituation in der Musikhochschule wird dieser Effekt noch weiter verstärkt. Durch semesterueise erteilte Lehraufträge kann die Universität flexibel auf den wechselnden Bedarf eingehen.

Bei Umwandlung in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse ist diese Flexibilität nicht mehr aufrecht zu erhalten. ln diesem Fall müssten Studienplatz-Kapazitäten für jedes Musikinstrument festgelegt werden. Dies würde dazu führen, dass Studierende abgelehnt werden müssten, weil sie ein beliebtes lnstrument nachfragen, wohingegen Kapazitäten bei anderen lnstrumenten nicht ausgeschöpft werden könnten, da kaum Nachfrage nach diesem lnstrument besteht.

Bei Umwandlung in u. U. nur auf ein Semester befristete Beschäftigungsverhältnisse stellt sich die Frage nach den Befristungsmöglichkeiten. Auf die personalbearbeítende Stelle kommt autgrund der zu erwartenden hohen Fluktuation bei den Beschäftigungsverhältnissen ein hoher zusätzlicher Bearbeitungsaufr,vand zu und auch die Ziele der Lehrbeauftragten würden bei dieserVariante teilweíse nicht erreicht.

Unabhängig von den beiden oben angesprochenen Problemen im Fall der Überführung in Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse nehmen die Lehrbeauftragten der Musikhochschule im Vergleich zu den Lehrbeauftragten der anderen Fachbereiche eine Sonderstellung ein:

Die Lehrauftragsvergütungen werden monatlich sechs Monate im Semester gezahlt (Lehrbeauftragte anderer Fachbereiche: auf Antrag f e Semester drei Lehrauftragsabschläge für geleistete Stunden). Sie erhalten im Krankheitsfatl eine Fortzahlung der Vergütung bis zu sechs Wochen (Lehrbeauftragte anderer Fachbereiche: nur Zahlung der tatsächlich geteisteten Lehrauftragsstunden). Die Lehrvergütung unterliegt grundsätzlich der Steuerpflicht und der Sozialversicherungspflicht in der Künstlersozialkasse, die allerdings nicht die Arbeitslosenversicherung beinhaltet (Lehrbeauftragte anderer Fachbereiche: steuerpflichtig als Selbständige, die Westfälische Wilhelms-Universität zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge).

Das Rektorat der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unterstützt das Anliegen der Lehrbeauftragten der Musikhochschule grundsätzlich, allerdings mit der Maßgabe, dass das Land [iber Maßnahmen zur.Verbesserung solcher prekärer Beschäftigungsverhältnisse und der daraus entstehenden Mehrkosten befinden möge. Das Rektorat sieht s¡ch außerstande, die zusätzlich anfallenden Kosten der Überftihrung in Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse zu tragen.

Mit freundlichen Grüßen

lm Auftrag

Dr. Stefan Schwartze