Stellungnahme zur Frankfurter Resulotion vom 29. 01. 2011
Sehr geehrte Frau Wentz, sehr geehfter Herr lmmer,
bezugnehmend auf lhre Schreiben vom 6.2. und 8.7.2011 mache ich im Namen des Präsidiums der Musikhochschule Lübeck (MHL) gern folgende Anmerkungen zu der Frankfurter Resolution der Lehrbeauftragten, die lhnen hoffentlich als Unterstützung der berechtigten Anliegen der Lehrbeauftragten dienen können.

 

An MHL sind die Lehrbeauftragten seit Jahren Mitglieder der Hochschule und in den Gremien stimmberechtigt vertreten. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der Tatsache, dass seit Bestehen der MHL Lehraufträge zur Sicherstellung des Lehrangebots vergeben werden. Eine entsprechende gesetzliche Regelung sollte für alle Hochschulen gelten.

Es steht außer Frage: die Lehrbeauftragten werden an der MHL übenrwiegend für dieselben Aufgaben engagiert, die auch von Professoren geleistet werden. Das Prinzip ,,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" sollte auch in der Hochschullehre Anwendung finden.

Da nicht damit zu rechnen ist, dass die Musikhochschulen -insbesondere die MHL in Schleswig-Holstein -auf absehbare Zeit annähernd wahrnehmbar Lehraufträge in feste Stellen werden umwandeln können, sollten sie flächendeckend wenigstens durch ihre Länderministerien in die Lage versetzt werden, als selbstverständlich angesehene Aufgaben wie Prüfungs-und Gremientätigkeit, Mentorenberatung und konzeptionelle wie organisatorische Mitarbeit vergüten zu können.

ln den Fällen, in denen die Tätigkeit und das Auswahlprozedere der Lehrbeauftragten denen eines Professors entsprechen, sollte sich deren Vergütung an derjenigen einer Professur orientieren. Es muss zwischen Hauptfachunterricht, Pflichtlehrangebot und ergänzenden Lehrangeboten unterschieden werden, so wie es in der W- Besoldung möglich ist, qualitative Leistung und engagierten Einsatz eines Professors zu honorieren.

Wünschenswert ist die prozentuale Anpassung der Honorare an die Tarifsteigerungen, sowie ein Ausgleich für seit Jahren ausstehende Erhöhungen derselben, wissend, dass die zu enrartenden finanziellen Entscheidungen in einzelnen Bundesländern keine kurzfristige positive Bescheidung zulassen werden.

Zweifellos ist es nicht möglich, Lehrbeauftragte bei der Besetzung von Mittelbaustellen vorrangig zu berücksichtigen, da sich jeder Bewerber der Konkurrenz zu stellen hat.

Die MHL hat sich seit vielen Jahren immer wieder auf der ministeriellen wie politischer Ebene um eine Verbesserung der Situation ihrer Lehrbeauftragten bemüht. So konnte es wenigstens vor dem Abschluss der letzten Zielvereinbarungen 2009 gelingen, die Vergütung der Lehrbeauftragten seit vielen Jahren einmal wieder zu erhöhen. Es bleibt festzuhalten, dass dies leider nicht in dem gewünschten Maß geschehen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. lnge-Susann Römhild