Durch die Sparpolitik Sachsen-Anhalts ist die MLU Halle-Wittenberg gezwungen Einsparungen an sämtlichen Instituten zu tätigen. Was im April 2014 dazu führte, dass am Institut für Musik und Grundschulpädagogik, Fachbereich Musik der Sachmittel-Haushalt um 30% gekürzt wurde. Mit diesem Missstand konnten keine Lehraufträge ausgestellt werden, bzw. hätten eine Stundenlohn von unter 10,-€ bedeutet.

Zu erwähnen ist, dass bis dato  der Stundenlohn eh nur bei 15,-€ lag. Da jahrelang versprochen wurde diesen eigentlich zu erhöhen statt ihn zu kürzen, haben sich die 50 Lehrbeauftragten des Instituts zusammengeschlossen um dem Rektorat entgegen zutreten.

 Da durch das Nichterteilen der Lehraufträge der Unterricht von 300 Stunden pro Woche ausfallen musste, die Studenten aber mit Klage drohten, wurde die Kürzung zurückgenommen, allerdings an Auflagen geknüpft. Es soll künftig Einsparungen an den Stunden geben, ob dies überhaupt mit dem Studienlehrplan vereinbar ist, steht noch zur Diskussion, soll aber von einer Uni-internen Instanz in den kommenden Monaten geprüft werden.

 

Kampf um Anerkennung

Wir Lehrbeauftragten fühlen uns jedoch nicht ernst genommen und im Wert unterschätzt. Deswegen haben wir die nun wieder verfügbaren 15,-€ Lehraufträge nicht unterschrieben. Allerdings waren wir bereit zu unterrichten, bis eine Einigung über eine Stundensatzerhöhung gefunden wird. Dies wurde uns natürlich aus rechtlichen Gründen vom Rektorat, bzw. dem Institutsleiter untersagt.

So fielen bis in die 7. Vorlesungs-Woche weiterhin alle Stunden aus.

Jegliche Kontaktaufnahme und Gesprächsversuche der Lehrbeauftragten bzw. deren legitim gewählten Vertreter mit dem Rektorat wurden übrigens von Beginn an ignoriert. Die Lehrbeauftragtenvertreter bilden kein Gremium, welches im Grundgesetz der Hochschule verankert ist, deswegen existiert es für den Rektor nicht. Dies antwortete er auf Nachfragen des Personalrats diesbezüglich.

 Erste Erfolge?

Am Morgen des 14.05.14 erreichte uns die taktisch interessante Nachricht (am Nachmittag fand nämlich eine öffentliche Senatssitzung statt), dass das Rektorat uns 20,-€ Stundensatz bewillige (gefordert waren allerdings 25,-€). Der Personalrat hat auf unser Bitten einen Antrag an den Senat gestellt, dass eine Untergrenze für Stundensätze für Lehrbeauftragte gefunden werde, da es im Hochschulgesetz keinen Punkt dazu gibt. Bislang richtete man sich an Richtwerte andere Hochschulen. Diese lagen bei 21,40€. Dieser Antrag wurde mehrstimmig abgelehnt. Angenommen wurden aber die vom Rektorat genannten 20,-€ als Untergrenze.

 Aktueller Stand

Nun wird eine Richtlinie erarbeitet, die für die ganze Universität eine Untergrenze für Lehrbeauftragte von 20,-€ schafft. Ein erster Erfolg, nicht nur für das Musikinstitut.

Bitterer Beigeschmack

 Der erste Entwurf dazu schlägt eine Höchstdauer von 4 Semestern pro Lehrbeauftragten vor. Danach soll anscheinend ausgewechselt werden. Das ist natürlich nicht in unserem Interesse und auch nicht in dem, der Studenten, die in der Regel mehr Semester bis zur Abschlussprüfung haben.

 Zudem muss erwähnt werden, dass die Haushalte nicht erhöht werden. Das heißt, die Institute können sich die Lehrbeauftragten im WS 14/15 eigentlich nicht leisten.

 Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt. Die finanzielle Lage des Landes hat sich ja durch die neuen BaföG-Zuflüsse positiv gewandelt. Wir sind gespannt, ob das Geld auch der universitären Bildung zu Gute kommt, so, wie es eigentlich gedacht ist.

Julia Preußler, Lehrbauftragten-Vertreter