Aus NRW gibt es gute Nachrichten: zum ersten Mal ist es den Vertretern der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in NRW
gelungen, eine Erhöhung der Bezüge ohne vorherigen Streik durchzusetzen.

 

Nach mehrjährigen Verhandlungen und vielen
Gesprächen mit Vertretern im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW erhalten die Lehrbeauftragten
der Musik- und Kunsthochschulen rückwirkend zum 01. Januar 2012 per Erlass 12,3 % mehr Gehalt, ab dem 01. Januar 2013
kommen weitere 2,7 % hinzu, so dass insgesamt eine Erhöhung von 15 % erfolgt. Dieses soll einen Ausgleich für die in den
letzten 10 Jahren (seit der letzten Erhöhung) nicht erfolgten Anpassungen an die Tarifverträge darstellen. Das ist wesentlich
weniger, als wir gefordert haben, aber durchaus ein positives Signal und hoffentlich Ansporn für andere Landesregierungen,
es den Nordrhein-Westfalen nachzumachen.Unser nächstes Ziel ist es, dass auch die Erhöhung der Bezüge der Lehrbeauftragten in die jährlichen Tariferhöhungen im
öffentlichen Dienst einbezogen werden. Allerdings gibt es z.Zt. große Probleme mit der Umsetzung dieser Erhöhung, da das LBV (Landesamt für Besoldung und
Versorgung) sich personell nicht in der Lage sieht, diese Vorgaben umzusetzen und die Umsetzung deshalb an die
Hochschulen abgegeben hat. Dort gibt es ähnliche personelle Probleme, aber man gibt sich größte Mühe, den Lehrbeauftragten
die Erhöhung für 2012 schnell zukommen zu lassen, was zum Teil auch schon geschehen ist. Für den zweiten Teil der Erhöhung
von 2,7 % für 2013 gibt es aber noch keine "Verfügung", "Anweisung", keinen "Erlass" aus dem Ministerium.Diese Erhöhung der Bezüge ist aber nur ein Teil der "Verbesserungen", die in NRW umgesetzt wurden:

- Ein Lehrauftrag wird seit dem letzten Jahr immer für ein Jahr - und nicht wie bisher für ein Semester - erteilt.

- Es gilt auch bei Lehrbeauftragten der Mutterschutz.

- Es besteht der gesetzliche Unfallversicherungsschutz für Lehrbeauftragte. Dazu sind die künstlerischen Lehrbeauftragten in
den Sozialversicherungsschutz einbezogen, d.h. Beiträge zu Kranken-, Renten-, Pflege- aber eben auch Arbeitslosenversicherung werden einbehalten. In allen anderen Bundesländern geschieht dieses über die Künstlersozialkasse. Das ist für uns ingesamt positiv, nur von der Arbeitslosenversicherung werden wir nie etwas haben!

- Im Krankheitsfall wird der Lohn sechs Wochen fortgezahlt.

Evelin Degen