April 2014
Lehrbeauftragten (LB)-Kampf in Frankfurt am Main seit 2011 / Gründung der bklm
Dieser Bericht zeigt die Baustellen auf, die in den letzten Jahren entstanden sind. Es war nicht zu erwarten, dass sich innerhalb von wenigen Jahren eine Situation grundlegend verändern lässt, die seit 30 Jahren festgefroren ist. Langfristig werden sich aber Fortschritte im Umbau der Strukturen zeigen, wenn man den langen Atem behält und nicht nachlässt, weiterzugraben.

Bundesweit / in Ffm
Gründung der bklm

Im Januar 2011 wurde die erste Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in Frankfurt/M durchgeführt (initiiert durch Evelyn Wentz und Carola Schlüter), die bklm gegründet und die "Frankfurter Resolution" verabschiedet.
Es wurde ein bundesweites SprecherInnenteam gewählt. Seitdem findet die bklm jährlich im Oktober statt, jährliche SprecherInnenwahlen.
Aufbau einer homepage www.bklm.org, auf der alle Aktivitäten der bklm sowie der einzelnen Hochschulen dokumentiert sind.

 

Gespräche
Im Herbst 2012 führten Carola Schlülter (CS), Sibylle Cada und Isabel von Bernstorff Gespräche mit Landtagsabgeordneten aller Fraktionen:
Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst: Ausschussvorsitzende Karin Wolff (CDU) stellv. Vorsitzender Priv.-Doz. Dr. Matthias Büger (FDP) Dr. phil. Norbert Herr (CDU) Dr. Rolf Müller (CDU) Jan Schneider (CDU) Dr. med Thomas Spies (SPD) Martina Feldmayer, (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) Daniel May, (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) Janine Wissler (DIE LINKE) sowie Ralf-Norbert Bartelt (CDU), „mein“ Abgeordneter des Wahlkreises, indem ich wohne (CS)
Keiner war über die spezielle Problematik an Musikhochschulen informiert, alle waren sich einig über die Unhaltbarkeit der Zustände (besonders über den Skandal einer fehlenden Honorarerhöhung seit 30 Jahren).
SPD und Grüne beantragten unabhängig voneinander einen "Berichtantrag". Das Ergebnis (es wurde die Kanzlerin der Hochschule nach Zahlen befragt) war unergiebig.

- Petra Roth Gespräch, OB Frankfurt/M, 2012
Die Oberbürgermeisterin hat keinen Einfluss auf die Politik an der und für die HfMDK

- Anhörung im hessischen Landtag
Auf Initiative der GEW beantragte die parlamentarische Oppoition (SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) eine öffentliche Anhörung im Hessischen Landtag zum Thema "Prekäre Arbeitsbedingungen an Hessischen Hochschulen". Eingeladen waren die Rektoren und Kanzler aller Hessischen Hochschulen sowie VertreterInnen der Personalräte, Interessenvertretungen, GEW, und auch die Vertreterin der Lehrbeauftragten an der HfMDK, CS sowie eine weitere Sprecherin der bklm, Ulrike Höfer. Es wurde deutlich, dass an keiner Hessischen Hochschule ein derart großes Prekariat besteht wie an der HfMDK. Der Präsident der HfMDK Thomas Rietschel forderte mehr Mittel für Mittelbaustellen, distanzierte sich aber von der Notwendigkeit einer Honorarerhöhung für Lehrbeauftragte. Reden und stenograph. Protokoll: http://www.bklm.org/hochschulen/hessen/hessen-allgemein.html

- Resonanz, wie geht’s weiter (mailkontakt Politiker)
Auf mail-Nachfrage nach ca. einem halben Jahr äußern sich die Politiker von SPD, Linken und Grünen ratlos über weitere Vorgehensmöglichkeiten. Nach Aussage der LINKEN (Janine Wissler) ist die (noch) Regierungskoalition aus CDU und FDP nicht bereit, etwas zu unternehmen, SPD und GRÜNE sind nicht bereit, mit der LINKEN zusammenzugehen, obwohl man in den Gesprächen betont hatte, dass das Thema kein parteipolitisches sei.

AUSBLICK Da sich die GRÜNEN ab 2014 in der Regierungskoalition befinden sollten sie dringend erinnert werden, aktiv zu werden. (Daniel May: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , Martina Feldmeier: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Hinweis: Frankfurter Rundschau: „Die angekündigten Kürzungen bei Hochschul-Programmen wurden … relativiert. Al-Wazir sagte der FR, dass die Hochschulen von 2016 an mit mehr Geld rechnen könnten. Insgesamt gebe es 86 Millionen Euro mehr für die Lehre….“ (bei gleichzeitiger Kürzung der Mittel für Bau und Forschung.) Hier kann man ansetzen und mehr Geld für die Lehre (=LB!!!) an der HfMDK fordern.
Zusätzlicher Vorschlag: alle Landtagsabgeordneten anschreiben (nach Beispiel aus NRW)

Unterstützer:
- DOV (Deutsche Orchestervereinigung)
Die DOV hat die Vertretung der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen in ihr Programm aufgenommen. Ebenso diejenige der Freien Musiker.
Die bklm arbeitet seit ihrem Bestehen eng mit der DOV zusammen. Die DOV kann (nur) dann als mächtige Vertreterin der LB auftreten, wenn sie durch einen großen Organisationsgrad legitimiert ist.
Kontaktpersonen: Stellv. Geschäftsführer Andreas Bausdorf (Berlin), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Delegierter Jean Marc Voght, Bratscher im Museumsorchester Frankfurt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Einladung von J.M. Voght zur LB-Vollversammlung im WS 2013/14. Er signalisiert große Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
AUSBLICK Min. 30% der LB sollten sich bei der DOV organisieren. Dafür ist viel Werbearbeit notwendig.
Kontakt halten zu Jean Marc Voght. Er ist als DOV – Delegierter auch Mitglied des Landesmusikrates (LMR) s.u..

- GEW
Die GEW bezahlt u.U. die Reise der LB-Vertretung zur Bundeskonferenz (Bedingung Mitgliedschaft). In diesem Zusammenhang wurde CS zu einer Sitzung des Hochschul - Arbeitskreises eingeladen, um über die 2. bklm in Berlin zu berichten.
Einladung an CS, einen Artikel für die Hessische GEW - Zeitschrift zu verfassen. http://www.bklm.org/mkoopr/weitere/weitere-unterstuetzung/gew/179-ceterum-censeo.html
GEW lädt ein, ihren Verteiler zu nutzen, sehr bereit zu kooperieren, bei Aktionen zu helfen etc.

AUSBLICK könnte intensiver genutzt werden
(die bundesweite Vertretung der bklm übernimmt die DOV, landesweit sind auch Kooperationen mit anderen Gewerkschaften gewünscht).

- Freundeskreis HfMDK
Kontaktperson Peter Meier, ist bereit, sich innerhalb des Freundeskreises für die Problematik der LB einzusetzen. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefonat CS / Peter Meier 2013. Er ist informiert, auch über LB David Petersen

AUSBLICK Der Kontakt müsste ausgebaut werden.

- Landesmusikrat
Gespräch am 4. 7. 2012 zwischen Ursula Graefe-Hessler und CS.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sie spricht das Thema auf der Präsidiumssitzung vom 9.8. 2012 an (bewaffnet mit Frankfurter Resolution, Artikel aus BASTA, bklm.website, Fragebogenergebnissen).

AUSBLICK: Jean-Marc Voght, DOV-Delegierter beim LMR (s.o.) bitten, unsere Sache an das LMR-Präsidium heranzutragen und darauf zu dringen, dass dieses damit an das Bildungsministerium herantritt. Kontakt zu den Ministerien besteht von Seiten der LMR, aber ein Problem besteht darin, dass sie auch vom Land finanziert werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Presse
NMZ
http://www.bklm.org/mpresse/48-neue-solidaritaet.html
Artikel GEW http://www.bklm.org/mkoopr/weitere/weitere-unterstuetzung/gew/179-ceterum-censeo.html
AStA-Interview BASTA http://www.bklm.org/hochschulen/hessen/frankfurt-am-main/184-erste-entwicklungen.html
FR-Interview
http://www.fr-online.de/campus/musikhochschule-hohe-kunst-fuer-kleines-geld,4491992,16138478.html
FR – Artikel
http://www.fr-online.de/wissenschaft/billig-dozenten-an-musikhochschulen-der-lautlose-skandal-im-lan
d-der-musik,1472788,14842400,view,asFirstTeaser.html
O-Töne, mehrere Artikel,von CS; David Petersen und Franziska Schäfer-Vondru. Vor 2011 von Evelyn Wentz
bklm-Presse bundesweit http://www.bklm.org/mpresse.html


Hochschulinterne Gespräche
- Präsidium
seit Jahren finden Gespräche zwischen LB-Vertretern und dem Präsidenten statt, zuletzt auch unter Teilnahme der Kanzlerin Frau Gartner.
Gesprächsprotokolle sollten vor der Veröffentlichung mit dem Präsidium abgestimmt werden. Hier gab es in der Vergangenheit Konflikte.

- Gespräch Vizepräsidentin Spychiger unergiebig
- Gespräch Vizepräsident Buchberger unergiebig
Ab SS 2014 ist der Ansprechpartner für das Thema LB der neue Vizepräsident Ernst August Klötzke. (Gespräch Klötzke / CS im WS 2013/14)

- HS Rat
Eine Behandlung des Themas LB im Hochschulrat wird vom Präsidenten abgelehnt, Rietschel ist aber bereit, entsprechende Materialien bzw. Briefe an den Hochschulrat weiterzuleiten.

AUSBLICK Der Hochschulrat sollte in einem Anschreiben über unsere Sicht der Dinge informiert werden.

- Senat
regelmäßige Thematisierung der LB - Themen

- Lehrenden VV
am 18. 10. 2011 im kleinen Saal der HfMDK. Rede CS

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit Januar diesen Jahres gibt es eine bundesweite Initiative zur Verbesserung der desaströsen Situation der Lehrbeauftragten an deutschen Musikhochschulen, die bklm(…), die bereits in weiten Kreisen Aufmerksamkeit erregt hat. Ich hoffe, auch Sie haben davon erfahren. Wir konnten es erreichen, dass wir bundesweit von etlichen Rektoren, Institutionen, Professoren-Kollegen, Gewerkschaften bzw. Musikerverbänden sowie Vertretern der Politik unterstützt werden.
Die in der Frankfurter Resolution zusammengefassten Zustände und Forderungen möchte ich hier nicht wiederholen, man kann sie an unserem schwarzen Brett im Foyer oder auf unserer homepage nachlesen.
Mein Name ist Carola Schlüter, ich unterrichte Gesang im FB II sowie neue Vokalmusik und bin stellvertretende Sprecherin der bklm sowie Vertreterin der LB im Senat.
Ich möchte heute einige Auswirkungen der problematischen Lehr-Situation auf den Hochschulalltag ansprechen und für Ihre aktive und nicht nachlassende Unterstützung bei dem Reformprozess werben. Dabei spreche ich die Gruppe der Professorinnen und Professoren genauso an wie diejenige der Lehrbeauftragten.
Wir sind der festen Ansicht, dass eine Veränderung der Situation der LB für alle an dieser Hochschule von größtem Vorteil wäre.
1. (von 7 Punkten) Die jahrzehntelange Praxis des Billig-Unterrichts vor allem an Musikhochschulen hat mitgeholfen, ein Klima zu schaffen, in dem umstandslos die bisherige Professoren-Honorierung in ¾ Besoldungen, genannt W-Besoldung, umgewandelt werden konnte. (Klage!) Dass die Musikhochschullandschaft zum Ausbau ihres Angebots die massive Beschäftigung von unterbezahlten Lehrkräften in Kauf genommen hat demonstriert, dass diese Arbeit nicht wert geschätzt werden muss.
Wie will man auf Dauer rechtfertigen, dass aber Professuren benötigt werden, wenn das gleiche doch für einen Bruchteil zu haben ist?
2. Da 65% der Lehre an unserer Hochschule von LB abgedeckt wird, besteht ein großer Mangel an Kräften für die Selbstverwaltung (35% arbeitet für das Ganze). Die Umwandlung der Lehraufträge in feste Stellen würde hier eine vollkommen andere Belastungssituation schaffen.
3. Die gewaltige Masse an „Kurz-Arbeit“ der Lehrbeauftragten verhindert die Entstehung eines geschlossenen Kollegiums.
4. Viele LB können sich nicht über den Unterricht hinaus in der Hochschule einbringen, da sie auf vielen Hochzeiten tanzen müssen, um sich zu finanzieren. Es entgeht somit der Hochschule und den Studierenden das weitere Engagement von sicher 50% des Lehrkörpers.
5. Die ungleiche Stellung und Honorierung für die gleiche Unterrichtstätigkeit schafft eine Hierarchie unter Gleichen, die sich psychisch belastend auf die LB, möglicherweise auch auf die Professoren auswirkt. Es ist bekannt, dass derartige Belastungen burn-out-Syndrome fördern.
6. LB können sich nicht voll mit der Institution Musikhochschule identifizieren, u.a. da sie jederzeit mit einer Nicht-Weiterbeschäftigung oder einer deutlichen Reduktion ihres Deputats rechnen müssen. Manchmal sogar mit einem Nicht-für-nötig-befinden-den-Entzug-des-Lehrauftrags- mitzuteilen. Die Kränkung, die ein nicht-verlängerter LB nach vielen Jahren engagierten Arbeitens an dieser Institution erfährt, wird billigend in Kauf genommen.
Unsere Hochschule funktioniert gut. Aber wissen wir, wie sie erst funktionieren würde, wenn es allen Lehrenden ermöglicht wäre, sich voll mit dieser zu identifizieren?
7. Die Studierenden haben den Anspruch darauf, ausschließlich von hoch qualifizierten Lehrkräften unterrichtet zu werden. Da in der Bewertung ihrer Ausbildung kein Unterschied zwischen dem durch einen Prof. oder einen LB erteilten Unterricht gemacht wird, darf dieser Unterschied auch nicht in der Stellung und Honorierung der Lehrkräfte gemacht werden. Solange dies noch der Fall ist, muss von einem 2-Klassen-Studium gesprochen werden. Dies sollte dann auch offen eingestanden und auch ausländischen Bewerbern nicht vorenthalten werden. Bisher gilt: wer in Deutschland studiert hat, ist nobilitiert. Das könnte in Gefahr geraten, wenn offiziell wird, dass eine einheitliche Wertschätzung der Lehre noch nicht einmal in Deutschland selbst vollzogen wird.
Wir bitten Sie, all diese Aspekte miteinander zu diskutieren und die Initiative zu ergreifen, die LB in ihrem schwierigen Weg zur Reform nach Kräften zu unterstützen. Ich habe verschiedene Aktionen angestoßen: Bezahlung bisher unbezahlter Überstunden aus QSL-Mitteln, - erstmal abgelehnt, gemeinsam mit den Dekanaten arbeiten wir dran - , Lösungssuche für eine stabilere Deputatslage der Lehrbeauftragten. Bitte helfen Sie aktiv mit, was irgend möglich ist möglich zu machen und machen Sie Ihren Einfluss innerhalb und außerhalb der Hochschule geltend.
Wir haben begonnen, auf politischer Ebene Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn dass die Hochschule aus eigenen Kräften machtlos ist, daran besteht kein Zweifel.
Am 29. Oktober wird die 2. bklm in Berlin zusammentreten, um die weiteren Schritte in ihrem Kampf zu diskutieren. Erwartet werden Vertreter von 25 Musikhochschulen, aber auch der Vorsitzende der Rektorenkonferenz Prof. Ullrich. Sehr gerne hätte ich eine unterstützende Stellungnahme des Frankfurter Präsidiums, des Senats oder auch der Gruppe der Professorinnen und Professoren mitgenommen. Es sind noch 10 Tage bis dahin, vielleicht kommt es ja noch dazu….
Vielen Dank

AUSBLICK: immer wieder tätige Solidarität der Professoren-Kollegen einfordern (mit Bezug auf das neue Leitbild)

- Gespräch Schulmusiker Jank / CS
Jank kündigt an, das Thema in die AG LB der Tagung der Schulmusik – Leiter 2012 hineinzutragen.
Unter anderem geht es um die Wertung pädagogischer Fächer innerhalb der Hochschulen. Damit verbunden ist die vergleichsweise niedrigere Einstufung von in der Schulmusik tätigen LB.

AUSBLICK: fortsetzen

Studierende
- AStA Gespräch
- Interviews BASTA (zuletzt 4 / 2014)
- Versuch einer Beteiligung an der geplanten (und dann wegen mangelnder Beteiligung abgesagten) Aufführung der „Sprechfuge auf die LB“

AUSBLICK: Studierende auffordern, auch im eigenen Interesse das Thema gegenüber ihren Lehrern (LB und Profs) anzusprechen.

Aktionen
- Infoblatt für LB
Isabel von Bernstorf erstellte ein Infoblatt zur besseren Orientierung an der Hochschule, das neuen LB seitdem ausgehändigt wird.

- Protestaktionen zur LB-bereinigten Festschrift anlässlich des 75-jährigen Hochschul-Jubiläums
(4 / 2013). In der Festschrift hatte man die LB als einzige Gruppe ignoriert.
Sprechfuge auf die LB (wegen mangelnder Beteiligung abgesagt)
Flugblatt Nach 75 Jahren:
http://www.bklm.org/images/pdf/Nach75JahrenHfMDK.pdf

- Leitbild
Intensives Engagement für die Integration LB-relevanter Aspekte durch LB Gabriele Zimmermann während des gesamten Leitbildprozesses
- Plakat und „workshop“ CS, 2013

- Orchestermusikeraktion
Die Forderung einer generellen Honorarerhöhung für LB wurde in Gesprächen mit dem Präsidenten immer wieder mit sozialpolitischen Argumenten in Frage gestellt. Demgegenüber betont die bklm die Notwendigkeit der Angleichung der Honorare mit dem Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Aus gegebenem Anlass wurden die lehrbeauftragten Orchestermusiker der HfMDK nach ihrer Meinung zu unbezahlten Lehraufträgen für Orchestermusiker befragt. Eine große Anzahl von interessanten Antworten wurde anonymisiert an das Präsidium weitergeleitet. Dies löste eine extreme Hochschul- öffentlich ausgetragene Kontroverse zwischen Präsidenten und LB-Vertreterin CS aus, obwohl die Befragung zu keinerlei Konsequenzen auf Seiten der Orchestermusiker-KollegInnen geführt hatte.

- Honorarreform
Ab dem Jahr 2013 stehen nach Aussage des Präsidenten der Hochschule mehr Gelder zur Verfügung, von denen auch die LB profitieren sollen. Rietschel forderte CS auf, Vorschläge für die Verwendung zu machen. Über diese Vorschläge wurde in einer LB-Vollversammlung 2013 ausgiebig diskutiert. Ergebnis:
Die unterste Honorar-Stufe soll vollständig abgeschafft werden (unmittelbar). Gleichzeitig soll die 2. Honorarstufe um 3 Teile, die 3. (oberste) Honorarstufe um 1 Teil erhöht werden (also im Verhältnis 3 zu 1), bis eine Gleichstellung aller Stufen erreicht ist. Ziel ist die Abschaffung unterschiedlicher Honorarstufen bei gleichzeitiger Anhebung des Honorarniveaus.
Dieses ist als eine erste Maßnahme zu verstehen und hat oberste Priorität, um zukünftig zu einer angemessenen Bezahlung zu kommen. Weiterhin sollte eine regelmäßige Anpassung an die Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes vorgenommen werden.
Nachdem die Forderungen zunächst im Gespräch abgelehnt wurden, fiel die Antwort schließlich moderater aus:
Gespräch mit Vertretern der Lehrbeauftragten am 21.02.2013
Teilnehmer: Frau Schlüter, Frau Cada, Herr Rietschel, Frau Gartner, Herr Mokry
1. Vorschläge der Lehrbeauftragtenvertretung
 Gewünscht wird aus Sicht der Lehrbeauftragten:
1. Die Abschaffung der untersten Lehrauftrags-Stufe
2. Eine Erhöhung der 2. Honorarstufe um 3 Teile und der 3. (oberste) Stufe um 1 Teil, bis eine Gleichstellung aller Stufen erreicht ist.
3. Eine regelmäßige Anpassung an die Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes
 Frau Schlüter erläutert, dass im Rahmen einer Vollversammlung der Lehrbeauftragten über eine mögliche Zuordnung von Lehrbeauftragten auf Kategorien beraten wurde. Das Ergebnis dieser Beratungen war, dass für die Lehrbeauftragten eine Verteilung auf
unterschiedliche Gruppen nicht nachvollziehbar ist. Unterschiede in der Wertigkeit – beispielsweise zwischen Haupt- und Nebenfach oder Schulmusik- und Instrumentalunterricht – gibt es aus Sicht der Lehrbeauftragten nicht.
 Ggf. ist eine zweite Stufe für Berufsanfänger denkbar.
 Frau Schlüter erklärt, dass man sich dessen bewusst sei, dass die Forderungen nicht alle auf einmal, sondern nur in einem längeren Prozess nach und nach erfüllbar wären. An erster Stelle stehe als wichtigste Forderung die Abschaffung der untersten Stufe.
2. Vorschläge der Hochschulleitung
 Es ist nicht geplant, von der Struktur unterschiedlicher Stufen abzuweichen, da es aus Sicht der Hochschulleitung durchaus Unterschiede zwischen den verschiedenen Tätigkeiten gibt. Die Abschaffung unterschiedlicher Stufen wurde in der Diskussion auf Bundesebene („Mindeststandards für Lehrbeauftragte“) bislang auch nie eingebracht.
 Ziel der Hochschulleitung ist es jedoch, einerseits Geld einzuspeisen (es gibt hierfür keine zweckgebundenen Zusatzmittel sondern es müssen Gelder aus dem Globalbudget der Hochschule verwendet werden) und andererseits eine transparente, nachvollziehbare Einteilung der Lehrerenden vorzunehmen. Hinsichtlich der Einstufung von Lehrenden in die unterschiedlichen Stufen sind Vorschläge der Lehrbeauftragtenvertretung erwünscht. (Die Lehrbeauftragtenvertretung erklärt hierzu, dass sie auf der Grundlage ihres internen Abstimmungsprozesses einen solchen Vorschlag nicht unterbreiten wird).
 Über den Wunsch nach Wegfall der untersten Stufe wird die Hochschulleitung beraten und einen Vorschlag vorstellen.
 Regelmäßige Tarifsteigerungen wie im öffentlichen Dienst sind nicht möglich, da Lehrbeauftragte keine Tarifbeschäftigten sondern Selbständige sind.
Im Hinblick auf die diskutierten „Mindeststandards für Lehrbeauftragte“ sieht die Hochschulleitung Handlungsbedarf in den Bereichen „Vergütung bei Prüfungen von Studierenden, die nicht die eigenen Studierenden sind“ und „Korrekturen von Abschlussarbeiten“. Zu diesen Punkten wird die Hochschulleitung in absehbarer Zeit einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.
(Alexander Mokry)

In Gesprächen zwischen LB-Vertretern (CS, Sibylle Cada) und Dekaninnen (+ Geschäftsführer des FB II, Herrn Riemer) der Fachbereiche I und II, Frau Meyer Ravenstein und Frau Vickers, wurde die Frage einer Gleichstellung aller LB durch ein Einheitshonorar diskutiert. Bedenken bestanden lediglich in der Frage der Akzeptanz durch die Inhaber der derzeitig höchsten Honorarstufe. Herr Riemer schlug eine entsprechende Befragung vor, die durch eine mail-Umfrage von CS vorgenommen wurde. Kein betreffender LB hat sich bei dieser Umfrage kritisch gegen die vorgeschlagene Reform ausgesprochen.
Zum WS 2013 trat schließlich folgende Reform in Kraft:
Die erste (niedrigste) Honorarstufe ist abgeschafft. Damit erhalten ca 25% der LB 2,58€ = 8,4% mehr als bisher.

AUSBLICK: dringend erforderlicher Kampf um die Realisierung auch der weiteren Vorschläge zur Honorarreform!

- Überstundenaktion
In einer mail-Umfrage wurde nach Überstunden der LB gefragt. Eine rege Beteiligung belegte eine z.T. hohe Zahl an Überstunden durch Betreuung von Hausarbeiten, zusätzlichem Korrepetitionsbedarf etc. CS beantragte die Bezahlung der geleisteten Überstunden durch QSL-Mittel. Dies wurde mit dem Argument abgelehnt, LB als nur Angehörige der Hochschule hätten kein Recht auf Beantragung von QSL-Mitteln. Eine ausführliche Diskussion im Dekanat des FB II stellte die Erarbeitung einer gangbaren Methode zur Beantragung entsprechender Mittel in Aussicht. Seitdem stagniert die Initiative. (seit 2011).

AUSSICHT: reaktivieren! S.auch „Mindeststandards“ (s.u.)

- Drittmittelaktion
e-mail-Briefe der LB an Rietschel sowie
Übergabe von 40 Briefen an Rietschel in der Senatssitzung vom 1.11. 2011, in denen er aufgefordert wurde, die Erfolge des Fundraising für eine Verbesserung der Situation der LB zu nutzen.
Antwort: Ablehnung: Sponsoren würden sich unmittelbar zurückziehen, wenn man ihre Gelder entsprechend einzusetzen plane.

- Honorarprofessuren für bewährte LB
David Petersen setzt sich intensiv für eine freigiebigere Vergabe von Honorarprofessuren an besonders erfolgreiche und engagierte LB ein. Dies geschah bisher in Briefen und Gesprächen mit dem Präsidenten und dem Dekanat des FB I .

AUSBLICK: Die Diskussion wird in den Senat hineingetragen. Hilfreich wäre die Beantragung von Honorarprofessuren für besonders geschätzte Kollegen von Seiten der Professoren.
Kommunikation mit LB

- bklm
Direkte Verbindung zur Sprechergruppe durch Sprecherin CS
mail - Verteiler der bklm an alle LB - VertreterInnen, Infos über alle Aktivitäten bundesweit

AUSBLICK Teilnahme der neuen LB-VertreterInnen der HfMDK an den kommenden Bundeskonferenzen der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen. 2014: 25. / 26. 10., Hannover.

- LB-Vollversammlungen (VV) ca einmal pro Semester
Diskussion anliegender Themen
- Januar 2012 unter Teilnahme von Herrn Rietschel (Präsident)
- 2013 unter Teilnahme des DOV – Delegierten Jean Marc Voght
VV- Berichte verschickt an alle LB (mailverteiler)
- Für das SS 2014 hat der neue Vizepräsident Ernst August Klötzke nach Absprache mit CS zur LB – VV eingeladen

- brainstoaming Stammtisch – (Versuch, wurde nicht angenommen)

- Aktivengruppe (Versuch, bisher nicht erfolgreich)

- LB-Mailverteiler (CS)
Information und geplante / gelaufene Aktivitäten bundesweit und an der HfMDK
Aufruf zur Mitarbeit
Einladung zu Vollversammlungen, Treffen, Aktionen etc.

AUSBLICK: durch neues LB- Vertreter-Team weiterführen

- Schwarzes Brett
Es wurde im Foyer neben Raum A 103 ein schwarzes Brett für die politischen Belange der Lehrbeauftragten eingerichtet
Hier finden sich Berichte, Protokolle, Plakate (LINK), Informationen zum Kampf um verbesserte Bedingungen für LB a der HfMDK und bundesweit

AUSBLICK: regelmäßig mit Informationen bestücken

bklm

- Fragebogen – Aktion für Lehrbeauftragte an deutschen Musikhochschulen
durchgeführt im April / Mai 2012 an allen deutschen Musikhochschulen
Ergebnis der Befragung an der HfMDK Frankfurt am Main
Zusammenfassung:
1 Von 378 Lehrbeauftragten nehmen 147 an der Befragung teil = 38,48%
2 Von den Befragten arbeiten 47,6% mehr als 10 Jahre im Lehrauftrag an der HfMDK
3 24,5% arbeiten außerdem an einer weiteren Hochschule im Lehrauftrag
4 8,4% arbeiten zusätzlich an einer anderen Hochschule mit Vertrag als Professor / Dozent
5 14% haben neben dem Lehrauftrag eine Festanstellung in einem Orchester oder Theater
6 41,3% haben neben dem Lehrauftrag ein anderes Arbeitsverhältnis mit Vertrag (z.B. Kirche, Musikschule , Schule etc.) (möglicherweise sind hier die Antworten der Fragen 4 und 5 gedoppelt)
7 81,8% haben Interesse an einer Festanstellung (auch Teilzeit) an der Hochschule
8 Für 60,8% Ist der LA ein wesentlicher Anteil ihres Einkommens
9 Für 52,4% ist der LA ein existenziell wichtiger Anteil ihres Einkommens
10 36,4% werden als Lehrbeauftragte auch zu administrativen Tätigkeiten an ihrer Musikhochschule herangezogen (Aufgaben in der Selbstverwaltung), nur 0,68% geben an, dafür bezahlt zu werden
bklm – Mindeststandards der Arbeitsbedingungen für die Lehrbeauftragten an Musikhochschulen
http://www.bklm.org/mindeststandards.html

Die Sprecher der bklm legten der RKM (Rektorenkonferenz der Musikhochschulen) 2012 das Papier Mindeststandards… vor. Ein Jahr später folgte eine enttäuschende Antwort der RKM. Diese wurde bei der 4. Bklm in Trossingen 2013 mit dem Vorsitzenden der RKM diskutiert, wobei deutlich wurde, dass das eigentliche Anliegen der bklm nicht verstanden wurde. Das Präsidium der HfMDK äußerte sich zu den Mindeststandards in einer Senatssitzung im WS 2013 / 14.
- Im Hinblick auf Überstunden der Korrepetitoren wurde von Professorenseite der Vorschlag einer 6 + 2 - Regelung eingebracht (2 Stunden stehen zur freien Verfügung für Vorspiele, Extraproben etc.).

AUSBLICK: Umsetzung einfordern

- Kapazitäten: Es wurde verschiedentlich versucht, folgende Regelung (Forderung der Mindeststandards) ins Gespräch zu bringen:
„es sollte möglichst kein neuer LA vergeben werden, wenn andere KollegInnen nicht ausgelastet sind.“ (Solange das Deputat eines beschäftigten Lehrbeauftragten nicht ausgelastet ist, soll in diesem Fach kein neuer LA vergeben werden.)
Zustimmung FB 1 (wird praktiziert).
Von anderer Seite wird argumentiert, dass man an „frischem Wind“ interessiert sei. Problematisch an dieser Haltung ist das fehlende Verantwortungsgefühl gegenüber den tätigen und bewährten LB.

AUSBLICK: immer wieder einfordern
Das im WS 2014 verabschiedete Leitbild enthält - auch mit Blick auf die Situation der LB – den Begriff „Solidarität“. U.a. im Hinblick auf die Deputatsfrage kann man sich hierauf beziehen und die Beachtung dieses slbst gewählten Leitsatzes fordern.

- Kommunikation: „sollte ein LA nicht verlängert werden, sollte im vorherigen Semester
rechtzeitig ein Gespräch mit dem / r LB darüber geführt werden“
Entgegen allgemeiner Zustimmung zeigt die Erfahrung immer wieder eine Abweichung von dieser Praxis.
Versuche der Aufklärung eines Falles durch LB-Vertreterin CS wurden abgeblockt. (Kanzlerin)

AUSBLICK: politische Forderung nach Mitwirkungsrecht von LB im Personalrat (s. NRW)

AUSBLICK:
Einzufordern ist die Beseitigung der Ungerechtigkeiten durch neue Prioritätensetzung innerhalb der Hochschulführung. Alle neuen finanziellen Projekte sollten hinter der Besserstellung der LB zurückgestellt werden. Die Einhaltung der Mindeststandards sollte durch die Hochschulleitung eingefordert werden.
CETERUM CENSEO: QUALITÄT IST ANSTÄNDIG ZU BEZAHLEN
Carola Schlüter