Forderung Sozialfonds für langjährige Lehrbeauftragte ab 25 Jahren Lehrauftrag

Da „Förderprogramme des Bundes und der Länder“ bei langjährigen Lehrbeauftragten bisher nicht greifen, haben zusätzlich zu den Forderungen der „Dresdner Erklärung“ und den Forderungen der bklm an die Bundestagsfraktionen die bayerischen Lehrbeauftragten einen weiteren Lösungsvorschlag formuliert:

Einen Sozialfonds für langjährige Lehrbeauftragte ab 25 Jahren Lehrauftrag.

Aktueller Anlass dafür war der Protest der bayerischen Lehrbeauftragten vom Herbst 2017 auf restriktive Maßnahmen der Landesregierung hin.

Dazu der Antrag im bayerischen Landtag hier. Leider wurde dieser von
der CSU-Mehrheit im Januar 2018 abgelehnt.

Hier Auszüge aus der Forderung (Verfasser Hans-Christian Hauser, Lehrbeauftragtenrat Hochschule für Musik und Theater München):

Für langjährige Lehrbeauftragte wird es nichts mehr nützen, wenn Teilzeitstellen geschaffen werden oder Tarife markant erhöht werden. Sie haben langen Teil ihres Lebens bereits unter diesen unwürdigen Bedingungen gearbeitet.
Veränderungen im System kommen für sie zu spät.
Es kann ihnen zudem auch jederzeit passieren, dass nach 25 oder 30 Jahren plötzlich ihre Wochenstundenzahl von 10,5 oder 8 auf 6 oder 4 oder 3 reduziert wird – z.B. weil man neu hinzugekommene Dozenten bei der Unterrichtsvergabe begünstigt oder weil sie Wahlpflichtfach unterrichten und die Studienordnung für ihr Fach irgendwann ohne Rücksicht in ungünstiger Weise geändert wurde. So dass sie gerade in den späteren Lehrauftragsjahren noch viel weniger verdienen als früher - während Beamte mit zunehmendem Dienstalter automatisch nach oben klettern. Und sie stehen dann schließlich mit einer kümmerlichen Altersversorgung da.

Hier nun ein konkreter Vorschlag für Sozialfonds für Lehrbeauftragte an den Musikhochschulen und Musikabteilungen der Universitäten, um dieser speziellen Misere abzuhelfen und den Langjährigen ein Stück Würde, Anerkennung und gerechten Ausgleich zu schaffen:
ein Fonds, insbesondere zur Alterssicherung für die aktuellen, langgedienten Lehrbeauftragten:

Wenn jeder Lehrbeauftragte an einer der drei Musikhochschulen,
der 25 Jahre und mehr arbeitet (egal wie viele Wochenstunden) und anderweitig keine feste Anstellung hat, für den Rest seiner Dienstzeit und bis zum Ende seines Lebenseine monatliche Ausgleichszahlung von 500 Euro aus einem solchen Fonds bekommt, dann ist der größten Not Abhilfe geschaffen.
Diese Modalität wäre eindeutig und einfach durchzuführen.
Bei (beispielsweise für Bayern grob geschätzt) 150 Betroffenen wäre das ein Betrag von 900000 Euro jährlich,  eine überschaubare Summe.
Zudem sollten aus solch einem Fonds Ausgleichszahlungen bei Krankheit und Mutterschutz für alle Lehrbeauftragten finanziert werden, wenn dies bei Lehrbeauftragten rechtlich nicht durch reguläre Zahlungen geschehen kann. So wären mit einem Fonds von jährlich ca. 1 Mio. Euro schon sehr viele Probleme beseitigt.

Finanzielle Perspektiven des Fonds:
zwar kann es sein, dass in den ersten Jahren der Bedarf an Geldern aus diesem Fonds zunächst steigt,
aber wenn allmählich immer mehr Lehraufträge in Teilzeitstellen (halbe und viertel) umgewandelt werden und es also weniger Lehrbeauftragte gibt, dann werden im Lauf der Zeit immer weniger Gelder aus einem solchen Fonds benötigt. Zusätzlich, um den Staat zu entlasten, können die Hochschulen angehalten werden, auch selber Gelder von Sponsoren, Alumni usw. diesem Fonds zuführen.