Begrüßung Bozo Paradzik zur offenen Gesprächsrunde und Informationen über die Hochschulsituation und die Situation der Lehrbeauftraten (LB)

TOP 1 Gesamtsituation der Musikhochschulen

Rektor Dr. Nolte: Informationen zur politischen Situation der Musikhochschulen Baden-Württembergs

 

1. Geschichte der Auseinandersetzung

–Einsparungsempfehlung des Landesrechnungshofs BW  in Höhe von 4-5 Millionen Euro  Begründung: Kosten pro Studienplatz sind zu hoch (durchschnittlich 13000 Euro pro Studienplatz pro Jahr, in Freiburg: 17000)

Lösungsvorschlag: „Rasenmäherprinzip“, pauschale Kürzung der Kosten ohne Differenzierung und Vorgabe der Ministerin, zu kürzen, trotzdem aber Qualität zu steigern.

Spaltung der LRK wegen unabgesprochener Zusage von Trossingen und Mannheim, Kürzungen zu akzeptieren

Vorschläge der Expertenkommission

 

2. Darstellung der Auseinandersetzung

Konfrontation Mannheim/ Trossingen  gegen Freiburg, Stuttgart, Karlsruhe

Kommunikationsprobleme Ministerin-Rektoren

Proteste an verschiedenen Standorten

Rechtfertigungsphase vonseiten des Ministeriums

Anhörung im Landtag in Stuttgart: Erläuterung der Rektoren ihrer Positionen

 

3. Fazit: Strukturreform der Hochschulstruktur ist dringend notwendig

Intensivierung einzelner Studiengänge an den jeweiligen Hochschulen, dadurch Steigerung der Qualität

Diskussionsprozess ist nicht abgeschlossen, Ergebnis ist noch offen

Berufungen können im Moment wegen Nichteinvernehmens des Ministeriums nicht vorgenommen werden

 

TOP 2 Stellung der Lehrbeauftragten

Paradzik gibt kurzen Bericht über Situation der Lehrbeauftragten

A) Stand der Dinge aus Sicht der Lehrbeauftagten

Unmut der Lehrbeauftragen (LB) über ihre vertragliche Situation (keine Bezahlung der Semesterpause, Vergabe der Lehraufträge jeweils nur für ein Semester)

2007 wurde Anhebung der Honorare der LB von Rektorat und Kanzler der MHS in Aussicht gestellt. Diese wurde nicht umgesetzt. Folge: Unmut unter LB, negative Presse

Verwaltung der MHS sieht keinen finanziellen Spielraum

Summe 403000 Euro für die Bezahlung der LB im Etat der Hochschule wurde seit 20 Jahren nicht erhöht. Demgegenüber Finanzbedarf für LB von über 600000 Euro. Momentan wird das Defizit über Querfinanzierung aus den Mitteln nicht besetzter Professuren ausgeglichen

Trotzdem steht Freiburg mit der Höhe der Honorare für LB bundesweit an 2. Stelle, viele Befugnisse der LB im Rahmen der Hochschulpolitik

Aus Sicht des Landes BW: Notwendigkeit der Verbesserung der Situation der Lehraufträge wird angesprochen, aber nicht umgesetzt

Stellungnahme Ulrike Höfer

Würdigung der Situation an der MHS Freiburg: Senatssitz der LB/ teilweise überdurchschnittliche Honorarsätze

Bericht von der Bundeskonferenz der LB

Bundesrektorenkonferenz würdigt die Arbeit und Bedeutung der LB an den Hochschulen

Konsens über die Notwendigkeit, LA angemessen zu vergüten –  dies ist ein strukturelles und soziales Problem. Schilderung der prekären Arbeitssituation,  Frage des Mitgliedsstatus im Lehrkörper.

60 % der LB sind laut Umfrage existenziell abhängig von der Vergütung durch dieses prekäre Arbeitsverhältnis

2007 wurde eine Erhöhung der Honorarsätze vorgenommen und eine weitere für 2012 in Aussicht gestellt. Diese wurde nicht umgesetzt. Daraufhin Protest und Kündigung einiger langjähriger Kollegen.

Im Rahmen der Hochschulautonomie seien Entscheidungen zugunsten der Situation der LB möglich, hier sei ein Umdenken notwendig.

Die Gewerkschaften haben für einen Lehrauftrag an einer Musikhochschule (orientiert am derzeit diskutierten Mindestlohn von 8,50€ auf dem Arbeitsmarkt) eine Untergrenze von 45 € errechnet.
 
Die Musikhochschule Freiburg erhöhte 2007 aus eigenen Mitteln den Lehrauftrags - Etat um 15 %( um 60.000€, d.h. von 380.000€ auf 440.000€).
Der Betrag, um den es seit Herbst 2012 geht, beläuft sich auf ca. 65.000€ (11,5% zum 1.1.2013).

 

Fordert Solidarität ein.

Prof. Holtmeier gibt Informationen Strukturen innerhalb der Hochschule und zur Verbesserung der LB-Situation

Erklärt kurz das Prinzip des Haushalts der Hochschule

-Flexibilität des Hochschulhaushaltes, Verschiebung von Mitteln zwischen verschiedenen „Titeln“ sind möglich

- über den zugewiesenen Rahmen in Höhe von 403000 Euro für LB werden Mittel aus vakanten Professuren verwendet, um Lehraufträge zu finanzieren

- zum Vergleich: Lage in BW:

FR: 7,4% des Gesamthaushalts für LA – niedrigster Anteil aller Hochschulen BW

Anteil der Lehraufträge in Lehrbereich  18, 5 – auch hier niedrigster Anteil

Anteil der Lehrstunden der LA: 25 %

Erläutert die spezifischen Freiburger Verhältnissen

74% der LA bekommen 35 Euro und mehr

Der darunterliegende Bereich soll angehoben werden, Vergütung soll im nächsten Semester angehoben werden.

Fazit: es kann und soll etwas getan werden für die Verbesserung der Situation

Folgen dieser Maßnahmen müssen allerdings bedacht werden: es müßten dann Lehraufträge gekündigt werden, Professuren nicht besetzt werden

-an einer Vergütungsordnung für LB wird gearbeitet und soll dann transparent sein

Zitat Hochschulgesetz betreffend LB (Verwaltungsvorschrift)

Autonomie der Hochschulen, was Vergütung der LB angeht, trotzdem gesetzlich festgelegte Grenzen (55 Euro/ bzw 66 Euro)

Prinzip des wirtschaftlichen Haushaltens wird per Vergleich zwischen Hochschulen kontrolliert, deshalb sind Alleingänge nicht möglich, da Korrektur durch Rechnungsämter, Freiheit der Hochschule steht in Relation zu anderen Hochschulen: bestimmte Grenzen können nicht überschritten werden

Offene Fragerunde

Wolfgang … (Lehrauftrag im Bereich Musiktheater): krisiert die Toleranz von prelären Beschäftigungsverhältnissen, die in der Wirtschaft nicht akzeptiert würden

Fordert dazu auf, gemeinsam Druck auf das Ministerium aufzubauen

Ulrich Zeitle, Schupra: kritisiert allgemein die Sparmaßnahmen in einer Phase wirtschaftlicher Prosperität

Dr. Nolte gibt Vorrednern Recht, gibt zu bedenken, daß Mittel anders verteilt werden (z.B. Förderung der Popakademie Mannheim in gleicher Höhe wie die Einsparungen an den MHS)

Matthias Stich (LA Saxophon):

vermisst Wertschätzung der LA an der Hochschule (Presseberichte über Tätigkeit der LA werden nicht veröffentlicht)

kritisiert, daß Abschlagszahlungen nicht geleistet werden

kritisiert Äußerungen des Rekorats und des Kanzlers: Technik und Instandhaltungen der Instrumente seien höhergeschätzt als LB

Prof Holtmeier erläutert, daß Mittel für Sachausstattung und Personalkosten nicht gemischt werden sollten, um perspektivisch diese Mittel zu sichern

Ralf Zickgraf stellt richtig, daß Mittel grundsätzlich kombinierbar sind

Florian Heilmann (LA Klavier) fordert mehr Lobbyarbeit der Hochschulen bei der Landespolitik, bessere Gesprächskultur innerhalb der Hochschule

Cornelius Spaeth (Student) erläutert finanzielle Gesamtlage der BRD. Fordert, daß die Hochschulen in der öffentlichen Bewußtsein ihre Bedeutung unterstreichen.

Henschel (Student) fordert, daß LA auch im Krankheitsfall bezahlt werden, Verträge über mehr als ein Semester, dafür regelhafte Einstellungsverfahren. Kritik an der Weigerung von Professoren , Schulmusiker zu unterrichten.

U. Höfer fordert dazu auf, als Gesamthochschule müsse für die Situation der LB kämpfen

Die Lehrauftragsthematik ist nicht nur eine Frage des Images einer Hochschule (weil immer wieder betont wird, wie gut Freiburg doch dastünde), sondern ein persönliches unter Kollegen. Der Verweis auf ein vermeindlich gutes Image der Hochschule hilft dem einzelnen Lehrbeauftragten nicht.

Wolfram Motz (Prof. Gehörbildung) kritisiert 25 Euro Stundensätze für LA, diese müssen angeglichen werden. Es sei eine Zurückstellung von Investitionen denkbar.

 

Ende: 13:05

 

Protokoll: Wolfram Christ; Hansjacob Staemmler