Es ist hinlänglich bekannt, dass geringe Arbeitlosigkeit kein Indikator mehr für Wohlstand in unserem Land ist, wenn er es denn je war.

 

Nämlich weil die Arbeitslosenquote über die besorgniserregende Anzahl an prekären Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland

hinwegtäuscht. Ich spreche hier, salopp gesagt, von Menschen, die die gleiche Arbeit wie bei

einer Festanstellung für wesentlich weniger Geld ableisten; ohne soziale Absicherung, ohne

Aussicht auf Kontinuität, dafür mit einem diskriminierenden Rechte-Pflichten-Verhältnis. Man

muss kein Linker sein, um dies als Ausbeutung zu bezeichnen.

Wenn die Lehrbeauftragten unserer Hochschule trotz widrigster Bedingungen Herzblut in die

Lehre legen, ehrt sie das besonders. Dennoch möchten wir von studentischer Seite anmerken,

dass sich eine überhöhte Anzahl von Lehraufträgen nicht mit dem vielbeschworenen Ideal der

Exzellenz verträgt. Denn zum einen ist es menschlich allzu nachvollziehbar, wenn die

berufliche Belastung einer Lehrkraft, die zum Überleben in drei verschiedenen Städten

unterrichten muss, dazu führt, dass sie mit der Zeit den Feuereifer verliert. Zum anderen sind

die resultierenden häufigen Lehrerwechsel eine Zumutung. Das wird Ihnen nicht nur derjenige

unter meinen Kommilitonen bestätigen, der im Fach Schulpraktisches Klavierspiel sage und

schreibe fünf Lehrerwechsel erlebt hat.

Der AStA spricht sich dagegen aus, dass der betriebswirtschaftliche Optimierungswahn, von

dem der Arbeitsmarkt heute derart geprägt ist, noch weiter auf die Musikhochschulen übergreift.