Bayern – Resolution

Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen -
bklm vom 29. Oktober 2017

Ohne Lehrbeauftragte würde der Lehrbetrieb an den Musikhochschulen und Musikinstituten der
Universitäten Bayerns zusammenbrechen.
Die Institutionen setzen die Lehrbeauftragten bis zu 83 % anstelle festangestellter Dozentinnen und
Dozenten ein. Deshalb arbeiten Lehrbeauftragte oft mehr als die erlaubte Stundenzahl. Dies nur für einen
Bruchteil (20 -44 %) der Bezahlung der Festangestellten und ohne soziale Absicherung.

Der Freistaat Bayern hat diese für ihn finanziell vorteilhafte Praxis jahrzehntelang geduldet.
Nun sieht er den Nebentätigkeitscharakter des Lehrauftrages gefährdet und möchte sich vor möglichen
Ansprüchen der Lehrbeauftragten schützen. Er versucht, diese langjährige Praxis einseitig zu beenden.
Er verlangt:

-Eine Unterschrift der Lehrbeauftragten, mit der sie den Nebentätigkeitscharakter ihres Lehrauftrages
garantieren
-Teilweise eine Erklärung zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit vom Lehrauftrag
-das Aussetzen der Prüfungshonorierung
Wird die Unterschrift nicht geleistet, könne der Lehrauftrag nicht verlängert werden.
Damit droht diesen Lehrbeauftragten ein erheblicher Einnahmeverlust. Oder sie müssten wissentlich
unwahre Angaben machen.

Der Freistaat Bayern gefährdet damit die Existenzgrundlage der Lehrbeauftragten und bringt sie in eine
Zwangslage. Er nutzt hier seine Monopolstellung als Arbeitgeber in der Lehre in einer Weise aus, die den Beigeschmack der Nötigung hinterlässt.

Die bklm fordert deshalb vom Freistaat Bayern:

1) Verlässliche Rahmenbedingungen für Lehrbeauftragte
Der Freistaat Bayern trägt die Verantwortung für die Praxis des Lehrauftrages und die sozialen Folgen.
Die Lehrbeauftragten brauchen eine transparente und homogene Neugestaltung und Umsetzung staatlicher
Regelungen, um im Geflecht staatlicher Gewaltenteilung (Rechnungshof, Ministerium, Hochschulen) ihre
Interessen wahren zu können.

2) Bekenntnis zur Dresdner Erklärung vom 23. Oktober 2016

Eine soziale Sicherung der langjährigen Lehrbeauftragten durch Übernahme dieser bewährten Kräfte in
feste (Teilzeit-) Arbeitsverhältnisse und angemessene Honorare.
Die jetzige Situation ist Symptom der missbräuchlichen Lehrauftrags-Vergabepraxis durch das Land.
Der Staat ist mehr denn je in der Pflicht, prekäre Beschäftigungsverhältnisse zügig durch gute und faire
Arbeitsbedingungen zu ersetzen und sich wieder als verlässlicher Partner für die Lehrbeauftragten zu
erweisen.

Berlin, 29. Oktober 2017

Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen – bklm

www.bklm.org

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