Bericht der bklm-Sprecher Arvid Ong und Birgit Schmieder über die Teilnahme an der RKM. Es waren 45 Minuten für das Thema Lehrbeauftragte eingeplant.

Zunächst haben wir vorgetragen, dass wir den Einsatz der RKM für mehr Mittelbaustellen würdigen und die Implementierung der dritten Qualifizierungsebene begrüßen. Es herrschte Einvernehmen darüber, dass der Lehrauftrag kein optimales Mittel zur Nachwuchsförderung ist. Wir trugen dann auch vor, dass wir eine Lösung für die gegenwärtigen, langjährigen Lehrbeauftragten fordern. Wir machten klar, dass die Anstrengungen für eine bessere Förderung des Nachwuchses in Form von Förderstellen oder Juniorprofessuren für diese Kollegen keine hinreichenden Perspektiven bieten werden. Wir wiesen in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr der fehlenden oder unzureichenden Alterssicherung hin und auf das Problem, dass das Einlassen auf das System „Lehrauftrag“ ohne eine echte Aussicht auf Verstätigung des Beschäftigungsverhältnisses ein Altersarmutsrisiko ist. Der Vorsitzende der RKM, Prof. Ullrich, äußerte Verständnis für diesen Gedanken und sprach sich dafür aus, über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. Offenbar gab es im der Kanzlerkonferenz auch schon Überlegungen über diese Frage.

Dazu habe ich erläutert, dass es nur drei gangbare Wege aus unserer Sicht gibt:

-          Honorare, welche ausreichen als freiberuflich Tätige alle Sozialkosten und Steuern zu tragen, sprich das Zwei- bis Dreifache der gängigen Honorare

-          Verstätigung durch Mittelbaustellen für bewährte Kollegen

-          Lehraufträge zum Kompentenztransfer tatsächlich nur als Nebentätigkeit

In dem Zusammenhang sprachen wir die Vorgänge an der Universität Würzburg an. Wir machten deutlich, auch wenn es bisher noch an keiner Musikhochschule vorgekommen ist, dass Lehrbeauftragte ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit von ihren Lehraufträgen erklären mussten, dass eine solche Erklärungspflicht eine Gefahr für die Musikhochschulen ist. Sie würde faktisch die Kollegen zwingen, die Unwahrheit zu erklären, mit unklaren, jedoch mit Sicherheit nachteiligen Konsequenzen für die Betroffenen. Anders als wir sah die RKM keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, jedoch war mein Eindruck, dass die gravierende Problematik bei vielen Rektoren bereits präsent war. Die Empfehlung, eine derartige Erklärung nicht zu unterschreiben, wurde von der RKM unterstützt, wir machten klar, dass wir eine solche Erklärungspflicht bekämpfen werden.

Ansonsten gab es vor allem Wortmeldungen dazu, in welcher Weise Lehraufträge dann doch zur Nachwuchsförderung eingesetzt werden, und zwar in ersten Linie als zeitlich begrenzte Stellen für besondere Absolventen. Wir betonten deshalb noch einmal die Notwendigkeit, die langjährigen Lehrbeauftragten nicht aus dem Blick zu verlieren. Wir machten deutlich, dass wir immer wieder darauf hinweisen werden, wenn nichts geschieht. Aus der MHS Lübeck berichtete Rektor Prof. Gubler von Erfahrungen, dass einzelne Lehrbeauftragte Angebote für Mittelbaustellen abgelehnt haben, da sie sich nicht fest an die Hochschule binden wollten. Dies sind wohl noch Einzelfälle, allerdings habe ich den Grundsatz der Verstätigung weiter bekräftigt.

Es war nicht zu erwarten, dass unmittelbar auf unsere Ausführungen hin ein konkretes Statement abgegeben würde. Ich werte erst einmal positiv, dass der Input ohne Widerspruch entgegengenommen wurde.